Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass das Wort „Lieferkette“ einmal regelmäßig in den Schlagzeilen auftauchen und auch außerhalb von Fachkreisen zu einem Gesprächsthema werden würde? Doch im Jahr 2022 ist es so weit: Die Verbraucher sind sich ihrer Abhängigkeit von komplexen globalen Lieferketten viel bewusster geworden. Gleichzeitig wissen die Unternehmen, dass das Lieferkettenmanagement ständig verbessert werden muss, um Unterbrechungen und potenziell unberechenbare Nachfrageschwankungen abzufedern, ohne die Flexibilität oder Effizienz zu beeinträchtigen. Welche Trends sehen wir also?
Vorausschauende Analytik für die Nachfrage
Ist es nach den erratischen Jahren, die wir erlebt haben, noch verwunderlich, dass es für Manager schwierig ist, die künftige Nachfrage vorherzusehen? Was früher schon eine Herausforderung war, ist jetzt noch schwieriger geworden. Die Nachfrage könnte zum Beispiel gleichzeitig in Korea stark und in Japan schwach sein – oder sogar von Stadt zu Stadt in China variieren, wenn die lokalen Abriegelungen anhalten! Es ist klar, dass eine einfache Extrapolation von Daten aus der Vergangenheit nicht ausreichen wird. Die Studie Innovation Driven Resilience (2021) von MHI, die sich auf die Antworten von mehr als 1.000 Führungskräften aus den Bereichen Lieferkette und Fertigung stützt, zeigt, dass 44 % dieser Unternehmen in den nächsten Jahren prädiktive Analysen einsetzen werden. Mit Hilfe solcher Tools können Nachfrageszenarien für verschiedene Standorte modelliert werden, wobei Saisonabhängigkeit, End-of-Lifecycle-Probleme und mögliche neue Trends berücksichtigt werden.
Diversifizierung des Angebots
Die Abhängigkeit von einem einzigen Unternehmen oder einer einzigen Region kann eine gefährliche Strategie sein, wie einige Unternehmen auf ihre Kosten feststellen mussten. Zwei Lieferanten aus Shanghai für ein und dasselbe Bauteil zu haben, bietet zum Beispiel wenig Schutz, wenn der dortige Containerhafen überfüllt ist. Die Diversifizierung der Lieferketten ist ein entscheidender Weg, um die kontinuierliche Versorgung mit kritischen Komponenten zu gewährleisten. Kluge Manager überprüfen regelmäßig die Risiken im Zusammenhang mit ihren Lieferanten, suchen nach Alternativen und pflegen Lieferketten, die unabhängig genug sind, um nicht durch ein einziges Ereignis – sei es ein politisches, natürliches, rechtliches oder anderes – beeinträchtigt zu werden.
Nachhaltigkeit und Governance
Gleichzeitig mit der Verringerung des Risikos in der Lieferkette werden Hersteller und Marken zunehmend von Nachhaltigkeitszielen angetrieben – Verringerung des Kohlenstoff-Fußabdrucks ihrer Produkte und Verbesserung des Wohlergehens und der Unternehmensführung in ihrer gesamten Lieferkette. Für einige hat dies zu einem Prozess des „Onshoring“ geführt – für andere bedeutet es, dass sie nicht mehr aus bestimmten Ländern beziehen, zum Beispiel wegen Menschenrechtsbedenken. Der Trend zu einer umfassenden Verantwortung in der Lieferkette wird sich unserer Meinung nach fortsetzen und sogar noch beschleunigen.
Digitalisierung
Das Management mehrerer komplexer Nachfrageszenarien in Verbindung mit vielfältigen und sich verändernden Lieferketten kann nur dann effektiv erfolgen, wenn das Lieferkettenmanagement vollständig digitalisiert ist. Indem bisher analoge Aktivitäten durch digitale ersetzt und intelligent miteinander verknüpft werden, können Nachfrageprognosen, Störungen in der Lieferkette und sich ändernde Lagerbestände durchgespielt und analysiert werden, so dass die Manager die sich ändernden Kosten überprüfen und Gegenmaßnahmen ergreifen können. Eine solche Digitalisierung ist auch unerlässlich, um Manager, die an verschiedenen Orten arbeiten, in den Entscheidungsprozess einzubeziehen, das Lieferkettenmanagement weltweit zu koordinieren und gegebenenfalls die Aktivitäten der E-Commerce-Plattform zu integrieren.
Automatisierung von Lagern
Obwohl die anfänglichen Kosten beträchtlich sein können, entscheiden sich die führenden Lagerbetreiber nun zunehmend für automatisierte Lösungen, einschließlich KI und Robotik. Der MHI-Bericht besagt, dass im Jahr 2021 38 % Robotik und Automatisierung in irgendeiner Form nutzen, wobei diese Zahl innerhalb von ein bis zwei Jahren auf über 60 % ansteigen wird. 15 % gaben an, bereits eine vollständige Lagerautomatisierung erreicht zu haben. Der häufigste Einsatz erfolgte im Bereich der Kommissionierung, Verpackung und Sortierung von Aufträgen; Be- und Entladen, Stapeln, Materialbewegung, Montage, Wareneingang, Verarbeitung – all diese bisher arbeitsintensiven Tätigkeiten werden in rasantem Tempo automatisiert. Nur 25 % der Befragten hatten keine Pläne für den Einsatz von Robotern oder anderen Automatisierungslösungen.
Diese fünf Trends verändern das Gesicht des Lieferkettenmanagements gerade jetzt.
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